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Rathaus Aktuell

Autor: Frau Antje Bauer
Artikel vom 20.06.2018

Aus der Gemeinderatssitzung vom 18.06.2018

Forsteinrichtungs-Erneuerung 2018 bis 2027 für Gemeinde- und Schlattwald

Der Gemeinderat befasste sich in seiner Sitzung mit der Forsteinrichtungserneuerung 2018 bis 2027 für Gemeinde- und Schlattwald. Die Forsteinrichtungsplanungen stellen die Arbeitsgrundlage für den Betrieb in den nächsten zehn Jahren dar. Zu Beginn der Sitzung wurden einige Waldbilder vor Ort besichtigt und erläutert. Anschließend wurde die Sitzung im Sitzungssaal des Rathauses Erzingen fortgesetzt. Neben dem Leiter des Forstbezirks Süd Hans-Peter Barth und Förster Klaus Rentschler war an der Sitzung auch Forsteinrichter Karlheinz Schäfer vom Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg (ForstBW) anwesend. Im Forsteinrichtungswerk wird zum Gemeindewald festgestellt bzw. vorgeschlagen:

Zustand:
Der Gemeindewald Klettgau besitzt eine Holzbodenfläche von 1010 ha. Er besitzt ein sehr breites, konstant gebliebenes Baumartenspektrum, das, angeführt von der Buche, zu 70 % aus Laubbäumen und zu 30 % aus Nadelbäumen besteht. Dies ist eine gute Basis bei den teils sehr schwierigen Standorten. Fast ein Viertel der Waldfläche kann aufgrund der Steilheit bzw. standörtlichen Ungunst nur extensiv bewirtschaftet werden. Die Schwerpunkte der Waldfunktionen liegen in der Wasser- und Bodenschutzfunktion. Sehr hoch ist der Anteil des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes Klettgaurücken (41%), das sich auf den Südteil des Gemeindewaldes konzentriert und hochwertige Lebensräume besitzt. Der Holzvorrat liegt bei überdurchschnittlichen 382 Vfm/ha und hat um 8 % zugenommen. Auch der Anteil an starkem Holz stieg von 31 % auf 38 % spürbar an. Für das kommende Jahrzehnt wird mit einem Gesamtzuwachs von 79.000 Efm gerechnet. Auf den produktiven Flächen ist mit einem Zuwachs von 66.000 Efm zu rechnen. Die Naturverjüngungsanteile setzen sich fast ausschließlich aus Laubbäumen zusammen, haben leicht zugenommen und umfassen 47 % bei den älteren Beständen. Problematisch sind weiterhin die Verbisssituation in den verpachteten Jagden sowie das aktuelle Eschentriebsterben.

Vollzug 2008 - 2017
Das vergangene Jahrzehnt verlief erfreulicherweise bis auf das letzte Jahr sehr planmäßig und ohne größere Schäden. Der Hiebssatz wurde mit 65.000 Efm (Plan 66.000 Efm) annähernd punktgenau erfüllt und der Pflegezustand ist gut. Aufgrund von Schäden mussten nur 8 % (5.000 Efm) genutzt werden (Vorjahrzehnt 28.000 Efm). Die neu produzierten Jungbestände (Verjüngungszugänge) sind wie vorgesehen zu 90 % Laubmischwälder. Im Schnitt der vergangenen 10 Jahre wurde mit einem jährlichen Überschuss von 65.000 € ein normales Betriebsergebnis erzielt.

Planung 2018 - 2027
Für das kommende Jahrzehnt wird eine leichte Zurücknahme der Nutzung auf 60.000 Efm vorgeschlagen. Dies ist eine Folge einer zurückhaltenden Planung in den extensiven Bereichen sowie der häufig aufgrund des Verbisses eingeschränkten Naturverjüngungsentwicklung in Verbindung mit einer zunehmenden Verwilderung der Flächen. Die Verjüngungsfläche bleibt in einer ähnlichen Größenordnung und soll etwas nadelbaumreicher werden (26%). Anbaumöglichkeiten für standörtlich mögliche Nadelbaumarten sollen gezielt genutzt werden. Die Jungbestandspflegefläche reduziert sich. Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss müssen intensiviert werden. Bei einer etwas höheren Anbaufläche und einem geringeren Einschlag ist bei derzeitigen Rahmenbedingungen mit rückläufigen Betriebsergebnissen zu rechnen. Eine wichtige Aufgabe im kommenden Jahrzehnt ist es, den Verbissdruck zu verringern. Unwägbarkeiten bestehen hinsichtlich des weiteren Verlaufes des Eschentriebsterbens.

Die neue Forsteinrichtungsplanung für den Schlattwald orientiert sich an den Rahmenbedingungen, wie sie sich aus den örtlichen Wuchsverhältnissen, der Holzvorratsentwicklung und den Hiebsreifekriterien ergeben. Hieraus leitet sich ein konstant bleibender Hiebssatz von 15.000 EFm ab. Auf 6,4 ha beläuft sich der geplanten Verjüngungszugang. Pflanzmaßnahmen sind auf 2,9 ha geplant, wobei das Einbringen der zukunftsträchtigen Baumarten Douglasie auf 1,8 ha klar im Vordergrund steht. Ästungen sind lediglich bei knapp 90 Bäumen notwendig und sinnvoll. Pflegemaßnahmen von Jungwüchsen sind auf 21,7 ha Arbeitsfläche erforderlich, um eine positive Qualitätsentwicklung sicherzustellen.

Der Gemeinderat stimmte den Forsteinrichtungswerken für Gemeinde- und Schlattwald zu. Die Beschlussfassung zur Forsteinrichtungserneuerung für den Schlattwald erfolgte vorbehaltlich der Zustimmung des Schlattwaldbeirats.

Rechnungsergebnis für Gemeinde- und Schlattwald

Der Leiter des Forstbezirks Süd Hans-Peter Barth und Förster Klaus Rentschler informierten den Gemeinderat über das Rechnungsergebnis des abgelaufenen Jahres 2017. Im Gemeindewald wurde mit rund 42.000 € ein Rechnungsergebnis erzielt, welches rund 10.000 € unter dem Planansatz liegt, u.a. weil die Ausgaben für Kulturen und Erschließung höher als geplant waren.

Im Schlattwald lag das Ergebnis bei knapp 1.000 € und damit erheblich unter der Planung, welche von einem Gewinn von rund 20.000 € ausgegangen ist. Grund hierfür war ein Sturm im Jahr 2017, welcher erhebliche Mehrkosten bei den Kostenblöcken Kulturen, Bestandspflege und Erschließung verursacht hat.

Der Gemeinderat erteilte den vorgelegten Rechnungsergebnissen jeweils die Zustimmung.

Sitzungsprotokoll als PDF zum Download